Medienkonvergenz 2010

Die Medienkonvergenz. Sie dreht sich für mich in diesem Herbst zunächst einmal um eine Zahl. Die Anzahl der täglich angesehen Video auf Youtube. Kennen Sie diese Zahl? Was schätzen Sie?

Erinnern Sie sich noch an die Anfangszeiten des TV? Ich kenne noch ‘Sendeschluss’ und ‘Testbild’ auf der Mattscheibe unseres schwarz/weiss TV.

3 Sender waren es damals. Jeder mit etwa 10 Stunden Sendezeit am Tag. 30 Stunden, und nur ein Teil davon stand für Werbung zur Verfügung. TV-Werbung. Das beherrschende Marketinginstrument, und der Antriebsmotor für die Entwicklung der Bewegtbildmedien. Produktionskosten von einer Nachrichtenmeldung von 30 Sekunden damals – ca. 2000,–

Heute, im Zeitalter des Internet, ist die Möglichkeit der Bewegtbildwerbung nahezu unbegrenzt. Dazu noch zu einem winzigen Bruchteil der Etat zur Verfügung wie damals.

Resultat – die Unternehmen streuen ihre Budget. Die Werbeeinnahmen im klassischen TV fallen in großem Stil weg. Produktionskosten müssen gesenkt werden. Budget der Sender werden zusammengestrichen.

Dagegen steht die oben erwähnte Zahl an Video, die täglich auf Youtube betrachtet werden. Das Internet ermöglicht es jedem seine Welt in bewegten Bildern festzuhalten, seine Themen aufzugreifen und zu ’senden’. Produktionskosten dafür? Nicht erwähnenswert.

Hyperlocal, Citizen Journalism, User Generated Content. Das sind die Wörter aus den Jahren 2008 und 2009. Wörter, die mit dem Sterben von Tageszeitungen in den USA verbunden werden. Wörter, die auch bei uns erheblich Einschnitte in die Medienlandschaft verursacht haben.

Die Medienkonvergenz – wir sind nicht am Anfang, sondern mitten im Geschehen. 1.000.000.000 Video jeden Tag sprechen eine deutliche Sprache. Jeden Tag.

Lesen Sie dazu auch bei Jeff Jarvis -> http://www.buzzmachine.com/2009/11/13/my-advice-to-german-media/

siehe hierzu auch:
medienforum.nrw 2009